Plakate treffen die Zielgruppe

Von S&W - September 2016

© Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln

 

Digitale Kommunikation kann Plakate nicht ganz ersetzen

Plakate erfreuen sich auch in digitalen Zeiten immer noch großer Beliebtheit. In jüngster Zeit erregen in den deutschen Städten die Kampagnen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung („Wenn’s im Schritt brennt. Ab zum Arzt.“), des Getränke-Hersteller „True Fruits“ (für seinen neuen Chiasamen-Smoothie) oder des Bringdienstes für Pizza und Co. „Lieferando“ die Gemüter der Zielgruppen. Alle drei Kampagnen setzen neben guten Bildern bzw. witzigen Illustrationen auf freche bis provokante Slogans.

Die drei Beispiele, die in allen Medien diskutiert wurden, zeigen, dass Plakatwerbung auch im digitalen Zeitalter noch viel kann. Auf Plakaten begegnen uns neue Modetrends, Angebote der Mobilfunkfirmen, aber auch Kampagnen, die für Initiativen oder Organisationen werben. Und ihre Inhalte prägen sich uns besonders ein – und zwar aus zwei Gründen: Erstens, weil sie eine gewisse Größe haben und zweitens, weil Bilder und Botschaften uns im öffentlichen Raum immer wieder auffallen – meist, wenn wir uns in einer Warteposition befinden, zum Beispiel an der Bushaltestelle oder im Stau.

Dabei ist Außenwerbung eine der ältesten, wenn nicht sogar die älteste Werbeform. Schon vor über 5.000 Jahren wurden Obelisken mit Hieroglyphen als Wegweiser für Reisende eingesetzt. 2.500 Jahre später meißelten ägyptische Händler Verkaufsbotschaften in Stein und stellten sie an Straßen auf. 1855 plakatierte der Berliner Ernst Litfaß erstmals Nachrichten an einen Säulenkörper. Daneben haben sich seit den fünfziger Jahren vor allem Großflächenplakate etabliert. Die sogenannten Mega-Lights bzw. City-Light-Poster sind oft mit einem Wechselmechanismus ausgestattet, der in einstellbaren Intervallen die Plakate wechselt.

Budgets für Außenwerbung wachsen weiter

Große Unternehmen wie Vodafone, H+M und die Volkswagen AG setzen auch heute auf Plakatwerbung und investieren kräftig in dieses Medium. Im Jahr 2014 wurden, laut dem Fachverband Außenwerbung e.V. (FAW) und dem Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e.V. (ZAW), mehr als 926 Millionen Euro mit Außenwerbung umgesetzt. Das waren rund 35 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr.

Dabei ist es interessant, dass in der Außenwerbung analoge und digitale Formen Hand in Hand gehen: Zu den besonders dynamischen Umsatzträgern gehören Großflächen- und City-Light-Poster. Sie sind  gemeinsam mit weit mehr als der Hälfte am Gesamtzuwachs von 35 Millionen Euro beteiligt. Es folgen die Zuwächse bei Digital Out of Home und Riesenpostern.

Vorteile von Plakaten

  • Schon durch ihre Größe fallen Plakate auf.
  • Durch QR-Code oder Internet-Adresse generieren Werbetreibende Besucher auf ihrer Website.
  • Bekanntheitsgrad der Marke und der Produkte lassen sich steigern.
  • Man kann zielgenau an strategisch günstigen Punkten Plakatflächen belegen.
  • Auch Kurzzeitbelegungen sind möglich.
  • Werbetreibende bringen ihre Werbebotschaft auf den Punkt.
  • Besonders wenn das Angebot lokal oder regional ausgerichtet ist, erzielt Plakatwerbung effektive Wirkung.

Seippel und Weihe hat z. B. 2016 eine Plakatkampagne als Teil einer größer angelegten Marketingkampagne für die hessische Initiative ProAbschluss realisiert. Durch die Plakate, die in den hessischen Städten hingen, schafften wir erste Aufmerksamkeit für die Kampagne. Erst im zweiten Schritt kamen andere Medien ins Spiel.