Kuhlila und andere Sonderfarben

Von S&W - April 2015

 

Sonderfarben im Corporate Design

Unternehmen setzen mitunter Sonderfarben ein, um ihren Marken- und Firmenlogos einen hohen Wiedererkennungswert zu verleihen. Beispielsweise verwendet die Lufthansa für ihre Drucksachen ein typisches Gelb (Melonengelb genannt). Für die Milka-Produkte des Kraft-Foods-Konzerns wurde sogar eine eigene Pantone-Farbe erstellt. Eine Sonderfarbe zwischen zwei Nummern des Pantone-Farbfächers.

Die Verwendung von Sonderfarben kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Etwa, wenn sie die Markenpersönlichkeit unterstützen soll. Das gilt besonders für Konzerne, die in internationalen Märkten agieren. Daneben gibt es bestimmte Drucktechniken, für die nur vom Hersteller vorgegebene Farben verfügbar sind. Ein typisches Beispiel dafür ist der Siebdruck auf Textilien.

Handling kann aufwendig werden

Sonderfarben haben den Vorteil, dass sie weltweit gleich aussehen. Sie sind eindeutig definiert. Das macht sie unabhängig von Farbprofilen, Druckereien oder subjektivem Empfinden. Damit unterliegt diese Farbe keinen Abweichungen. Allerdings kann das Handling mit ihnen sehr aufwendig sein. Sonderfarben können auch zur Kostenfalle werden, etwa wenn es innerhalb des Corporate Design zu viele Sonderfarben gibt.

CMYK-Farbmodell oder Druck nach Euroskala

Wir empfehlen unseren Kunden in der Regel Farben, die einfach reproduzierbar sind. Die Werte dieser Farben lassen sich in allen Farbsystemen annähernd gleich darstellen. Die technische Grundlage für den modernen Vierfarbdruck ist das CMYK-Farbmodell, das inzwischen jeder von seinem Drucker her kennt.

Das Farbspektrum dieses Druckverfahrens hat jedoch Grenzen. Nicht alle Pantone-Farben sind zufriedenstellend wiederzugeben. Um im Druckprozess einen möglichst großen Farbumfang zu erreichen, werden die vier Grundfarben Cyan, Magenta, Yellow und der Schwarzanteil Key in einer bestimmten Punktanordnung zusammengedruckt. Sie erzeugen so den Eindruck von Halbton-Farben. Der CMYK-Druck ist inzwischen Standard, besonders in Europa. Hier wird auch oft vom „Druck nach Euroskala“ gesprochen. Nicht darstellbare Sonderfarben müssen als zusätzliche fünfte Farbe gedruckt werden. Das bedeutet einen technischen Mehraufwand und somit höhere Kosten.