Ein Abend für einen Schriftgestalter, der tolle Typen hinterließ

Von Sabine Seippel - Mai 2016

 

Typografie: Der Schweizer Schriftengestalter Adrian Frutiger

Am 24. Mai, um 19 Uhr öffnete das Klingspor-Museum in Offenbach die Türen, um das Leben und Werk des Schweizer Schriftengestalters Adrian Frutiger zu beleuchten und zu würdigen. Die Frutiger-Schriften gehören heute zu den Klassikern der Typografie und gleichzeitig zu den meist verwendeten serifenlosen Schriften im Alltag. So kennt man beispielsweise die ASTRA Frutiger Autobahn von den Schildern auf den schweizerischen und italienischen Autobahnen. Adrian Frutiger war ein äußert kreativer Denker und interessanter Mensch.

Zu den engen Freunden und Vertrauten des Schriftgestalters und Künstlers zählt Dr. Walter Greisner, langjähriger Geschäftsführer der Frankfurter Stempel AG. Er ließ die Gäste an seinen Erinnerungen aus der engen Zusammenarbeit mit Adrian Frutiger teilhaben. Ergänzt wurden diese Schilderungen von Otmar Hoefer. Der gelernte Schriftsetzer hat 1978 bei der Schriftgießerei D. Stempel AG in Frankfurt als Produktspezialist angefangen. Die Stempel AG ist in die Firma Linotype aufgegangen, wo Hoefer mit den verschiedenen Technologien wie Blei-, Foto-, Digitalsatz und DTP gearbeitet hat. Außerdem beschäftigte er sich mit den verschiedensten Frontformaten und hat viele Veröffentlichungen der neuen Schriften von Linotype betreut. Ausführungen des Gestalters Simon Zirkunow zum Umgang mit Frutigers Schriften rundeten den Abend ab. Ganz nebenbei erhielt man Einblick in eine bewegte Firmengeschichte, die ein Stück deutsche Industriegeschichte widerspiegelt: Die Linotype GmbH wurde 2006 von der amerikanischen Firma Monotype übernommen, in deren Besitz auch die Frutiger Schriften heute sind.