MADE IN Afghanistan – Fotografien von Holger Heinze

holgerheinzephotography.com

Die Inspiration für unsere Herbstausstellung 2016 kam diesmal auf ganz unkonventionelle Art und Weise, über einen Alltagsgegenstand, an uns heran. Manchmal finden einen ja die Themen. Diesmal war das so: Mittels einer schön verarbeiteten Ledertasche, die Frau am liebsten gleich haben will, kamen wir ins Gespräch mit der Designerin Daniela Damm. Die Frankfurter Täschnerin entwarf exklusiv eine Handtasche, die in Afghanistan produziert und hier verkauft wird. Schönes für den Alltag aus diesem Land, dass wir Europäer nur noch mit Krieg und Terror verbinden – und außerdem auch noch nachhaltig? Ja, das gibt es tatsächlich. Hergestellt, vermarktet und vertrieben werden die Produkte von der Initiative „MADE IN Afghanistan“.

Uns hat die Idee des deutsch-afghanischen Ehepaars Nina und Mahmood Nisar sofort begeistert, noch dazu, da es dazu tolle Fotos von Holger Heinze gibt, die ein Afghanistan jenseits von Krieg und Terror zeigen. Die leuchtende Buntheit von Kleidung und Häusern, die bizarre Schönheit der Landschaft, die vorbehaltlose Freundlichkeit der Menschen. Schnell kam die Idee, diese Fotos bei unserer nächsten Ausstellung zu zeigen und so die Initiative zu unterstützen. Unter dem Label MADE IN Afghanistan werden lokale Produkte möglichst nachhaltig produziert und fair gehandelt. Das soll internationale Vertriebswege öffnen und Anknüpfungspunkte sowie langfristige Zusammenarbeit mit Konsumenten, Produzenten, Investoren und Unterstützern ermöglichen.

Die beiden Gründer der Initiative sind überzeugt, dass sie einen Beitrag zum Frieden in dem Land am Hindukusch leisten können, wenn Rohstoffe, die bisher zur Weiterverarbeitung ins Ausland verkauft werden, künftig im Land selbst verarbeitet und vermarktet werden. „Wenn im Land Wertschöpfungsketten aufgebaut werden, trägt das zur Stärkung von Identität, Stolz und Gemeinschaft der Menschen bei und fördert langfristig auch den Friedensprozess“, lautet ihre Vision. Und da haben wir wieder die Werte, hier als Teil der Produktion und Kommunikation, die ein anderes, ein wertigeres Bild vermitteln können.

Noch gibt es in dem Land zwar kein Biosiegel. Trotzdem sollen die „MADE IN Afghanistan“-Produkte so nachhaltig wie möglich produziert werden. Der Anfang wurde im letzten Jahr mit dem Kauf einer bestehenden Kartoffelchips-Firma in Kabul gemacht, wo seither einheimische Kartoffeln, Öle und Salze verarbeitet werden. Inzwischen finden auch Lederwaren und zukünftig Trockenfrüchte oder Öle „MADE IN Afghanistan“ ihren Weg in den Handel und lassen womöglich ein anderes Bild von dem Land entstehen.

Zum anderen Bild helfen auch die Bilder, die wir ausstellen möchten. Die Fotografien von Holger Heinze zeigen ein normales Leben in Afghanistan und zwar in allen Farben des Regenbogens. Am liebsten möchte man das Land sofort besuchen und selbst entdecken.

 

 

MADE IN Afghanistan – Fotografien von Holger Heinze
Ausstellungen Heinze 22