Oper Offenbach – Vorpremiere am 23. Juni

Von S&W - Juni 2018

Oper Offenbach © Gabriel Poblete

 

In Frankfurt diskutiert man den Abriss und Neubau der Oper. In Offenbach nimmt man die örtlichen Gegebenheiten und macht das Beste draus. Das Künstlerkollektiv YRD.Works, bestehend aus Yacin Boudalfa, David Bausch und Ruben Fischer, das im letzten Jahr aus einer großen Pfütze heraus die 1. Seefestspiele in Offenbach inszenierte, geht diesmal mutig noch etwas weiter und erschafft die Oper Offenbach. Das Kollektiv betreibt die Kressmann-Halle und kooperiert mit dem Künstlerhaus Mousonturm.

In diesem Jahr macht das Team auf der Spitze der Hafeninsel die Installation einer Oper zur Inszenierung. Unterstützt von Kolleginnen und Kollegen aus Musik, Performance, Design und Fotografie entwickeln und bespielen YRD.Works vier Raumskulpturen, die nach und nach auf der Hafeninsel entstehen. Die Skulpturen ermöglichen den Blick auf verschiedene bauliche Details, die essentiell für die Oper sind, und suchen zugleich nach Ambivalenzen, die in diesen Monolithen der Hochkultur eingeschrieben sind.

 

Oper Offenbach © Gabriel Poblete

 

Was vor zwei Jahren als Schnapsidee entstand, wird derzeit Wirklichkeit: Zur Eröffnung traten die Altistin Dalila Djenic und die Sopranistin Julie Sekinger mit einem Potpourri aus Opern-Arien auf. Begleitet wurden die beiden live und open air von Xi Zhai. Von nun an soll als Skulptur jeder einzelne Bauabschnitt für sich entstehen.

Am 23. Juni um 16 Uhr, erwartet die Besucher bei freiem Eintritt eine Vorpremiere des neuen Offenbacher Orchesters. Das Opern- und Ledermuseumsorchester Offenbach am Main (der Name ist eine scherzhafte Anspielung auf das Frankfurter Opern- und Museumsorchester) weiht exklusiv den Teil der Oper ein, der ansonsten unsichtbar bleibt. Das OLMO besteht aus 12 Solobläsern und Stimmführern des zukünftigen Capitol Symphonie Orchesters unter der Leitung von Ralph Philipp Ziegler (die Musiker waren auch alle in der Neuen Philharmonie Frankfurt zu hören).

 

Oper Offenbach © Gabriel Poblete

 

Aus dem Graben erklingen dann Stücke berühmter Komponisten wie Bizet, Massenet, Mozart, Offenbach, Rossini, Verdi, aber auch vom Filmkomponisten Ennio Morricone. Das Offenbacher Amt für Kultur- und Sportmanagement unterstützt die Oper Offenbach gemeinsam mit der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH(OPG), die für die Entwicklung des Hafenareals verantwortlich ist.

Und weil jedes ordentliche Opernhaus auch seine Logen hat, wird es auch diese auf der Hafenspitze geben. Allerdings eröffnen die der Offenbacher Oper eine besondere Aussicht, weder Bühne noch Künstler, sondern Main und Sternenhimmel sind dann zu betrachten. Aber auch Musik wird es geben, Klangcollagen und Sounds, die leise und entspannt in den Schlaf leiten. Denn in der Oper Offenbach darf ganz offiziell geschlafen werden, die Logen für die Nächte am 29., 30. Juni und am 7. Juli können zum Preis von 19 Euro online reserviert werden. Zum Finale am 13. Juli dann eröffnen die Performer von Baby of Control endlich auch die große Bühne.

Weitere Informationen: http://www.operoffenbach.yrd.works