Wem gehört die Schrift?

Von S&W - August 2015

 

Schriftlizenzen schützen den Urheber einer Schrift

Schriftlizenzen? Schriften sind doch Allgemeingut? So denken viele Menschen. Das stimmt aber leider nicht. Bei der digitalen Verarbeitung von Schriften werden sogenannte Fonts zur elektronischen Darstellung von Texten genutzt. Diese sind urheberrechtlich geschützt und man erwirbt nur die Nutzungsrechte an ihnen. Das ähnelt einer Lizenz, wie man sie auch für die Nutzung einer Software erwirbt.Und das hat Konsequenzen.

Wer einen Font nutzen möchte, muss die Lizenzen selbst erwerben

Schriftlizenzen sind faktisch Nutzungsverträge für Software und nicht übertragbar an Dritte. Wenn wir als Agentur die Lizenz für einen Font erwerben, dürfen nur wir diesen verwenden. Denn der Lizenznehmer muss der Nutzer der Schrift sein. Das ist in den EULA-Nutzungsvereinbarungen (End User License Agreements) geregelt. Da wir die Schrift für die Bearbeitung auf unseren Rechnern brauchen, ist sie bei uns installiert. Und nur wir besitzen dann die Lizenzrechte. Wir können diese Rechte also nicht an den Kunden weitergeben. So gern wir allen diesen Gefallen tun würden. Der einzige Ausweg: Wer einen Font nutzen möchte, muss die Lizenzen selbst erwerben.

Selbst wenn unsere Kunden für einen bestimmten Schriftfont die Rechnung begleichen, dürfen und können wir die Lizenz nicht weitergeben. Klingt kompliziert. Aber wenn man Computerschriften wie Software behandelt, ist die Sache klar. Noch etwas ausführlicher und sehr gut dargestellt ist das Thema im größten deutschen Typografie-Portal typografie.info.

Sie möchten wissen, wie es sich mit Urheberrecht und Bild verhält? Lesen Sie unseren kleinen Ratgeber Bildnutzungsrechte: Können wir mal schnell diese Bilddateien haben?