Ich hätte aber gern ein frischeres Grün

Von S&W - Oktober 2015

 

Farbtöne und die kleinen Tücken der Technik

So ein Grün kann dem der Pistazie ähneln oder dem der Kiwi. Klar: Grün ist nicht gleich grün. Auch das  menschliche Farbempfinden ist individuell. Darüber hinaus erscheinen Farbtöne auf dem Bildschirm und als Druckergebnis auf dem Papier unterschiedlich. In der täglichen Arbeit führt das des Öfteren zu Diskussionen.

Zumindest in Sachen Technik lässt sich Einiges objektivieren. Und es lässt sich erklären, warum selbst vermeintlich gleiche Farben nicht gleich aussehen müssen. Schuld sind zwei unterschiedliche Systeme: RGB und CMYK.

Bildschirme, Fernseher und Beamer funktionieren nach dem Prinzip der additiven Farbmischung. Das bedeutet, der Hintergrund ist zunächst schwarz und wird durch Licht farbig. Wenn nun Rot, Grün und Blau (RGB) aufeinanderliegen, ergibt das Weiß.

Beim Drucken ist es genau anders herum: Papier ist zunächst weiß. Je mehr Farben übereinander liegen, umso dunkler wird das Ergebnis. Wenn alle Grundfarben: Cyan, Magenta und Gelb (Yellow) aufeinanderliegen ergibt das ein sehr dunkles Braun. Damit es richtig Schwarz wird, muss noch Key Black als Farbe dazu. Daraus ergibt sich CMYK, das jeder kennt, der schon mal seinen Drucker mit Farbpatronen ausgestattet hat.

Die Farben der beiden Systeme sehen aus zwei wesentlichen Gründen anders aus: Die im RGB bestehen aus Licht und sind unbegrenzt. Im Druck lassen sich nicht alle Farben aus dem RGB darstellen. Und die RGB-Farben haben eine höhere Leuchtkraft. Das frische Grün sieht also auf dem Bildschirm viel brillanter aus, als auf dem Ausdruck, leider – aber eigentlich auch logisch. Wer sich in die faszinierende Welt der Farben einlesen möchte, kann das im Online-Magazin www.farbimpulse.de tun. Im Glossar werden Phänomene und Systeme verständlich und knapp erklärt.

Zum menschlichen Farbempfinden und den Farbsystemen gesellen sich noch mehr technische Tücken. Typische Beispiele: ein verstellter Windows-Monitor oder ein nicht kalibrierter Laserdrucker. Daran kann es also auch liegen, wenn die Farbe im PDF-Dokument nicht gefällt.

Unbestechliche Instrumente für die Farbbestimmung sind z. B. verbindliche Farbtafeln wie der Pantone-Fächer und genormtes Licht. Wie das aussieht, können Sie sich gerne bei uns anschauen.