Influencer-Marketing – Der Hammer im Werbewerkzeugkasten?

Von S&W - Oktober 2018

Das Buzzword im Marketing

Wir alle folgen anderen auf Instagram, Youtube und Facebook, den meistgenutzten sozialen Netzwerken. Einige inszenieren dort ihren Alltag und werden durch immer mehr Follower zu sogenannten Influencern. Sie posten Fotos und Videos, setzen Hashtags und zeigen so Aspekte ihres Lifestyles, den wiederum ihre Follower liken, kommentieren und vielleicht sogar so gut finden, dass sie ihn nachahmen möchten.

Deshalb ist seit einiger Zeit der Begriff „Influencer-Marketing“ scheinbar allgegenwärtig. Unternehmen nutzen die Beliebtheit „digitaler Promis“, um ihre jeweilige Zielgruppe über deren Influencer zu erreichen. So kann die Präsenz der eigenen Markenbotschaft vergrößert und Glaubwürdigkeit unterstützt werden. Da soziale Plattformen sich zum relevanten Element der Kommunikation entwickelt haben, sind Influencer heute ein wichtiger Bestandteil im Marketing-Mix.

Immer neugierig bleiben

Das war für Rainer Weihe Grund genug, sich zum Workshop „Influencer like a boss.“ der Offenbacher Kreativwirtschaft anzumelden, den die Offenbacher Internetagentur four for business im September im Ostpol ausrichtete. „Erfrischend unakademisch und nah an der Praxis“, so seine kurze Zusammenfassung. Was ihm besonders gefallen hat, war, die unverkrampfte Art der Wissensvermittlung und dass die Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen und auch selbst zum Zug kamen. In Gruppenarbeit wurde für ein fiktives Produkt Strategie und Story für ein Web-Video entwickelt und gleich vor Ort in die Tat umgesetzt. Der Lerneffekt des Workshops: Es genügt nicht, einfach mal ein Filmchen abzudrehen und das dann zu posten. Vielmehr müssen Influencer-Beiträge konsequent geplant und eingestellt werden. Es ist ähnlich wie bei der Redaktionsplanung: Influencer müssen gesucht, Themen festgelegt, sorgfältig recherchiert, Texte erstellt und Clips gedreht werden. Unternehmen brauchen also auch für diese Maßnahme Zeit und müssen ausreichend Budget einplanen, wenn sie etwas erreichen möchten – eine Aufgabe für Fachleute.

Die Grundidee des Influencer-Marketings ist jedoch nicht neu, denn schon Clementine, die Ariel empfahl, der Melitta-Mann oder Harry Wijnford waren Influencer (bzw. Testimonials), aber eben auf einem anderen Kanal, nämlich im Fernsehen oder im Kino.

Durch das Internet und die breite Nutzung sind Vorteile wie eine sehr große Reichweite, schnelle Verbreitung (viral) und gezielte Messbarkeit durch Likes/Kommentare hinzugekommen.

Influencer können zum Beispiel folgende Personen sein:

  • Nutzer von Social Media mit hoher Follower-Anzahl
  • zufriedene Bestandskunden mit einem besonderen Fachwissen
  • Journalisten
  • Blogger
  • Youtuber
  • Prominente
  • Fachkräfte und -experten
  • Politiker
  • Foren-Betreiber

Wichtige Attribute, die ein Influencer besitzen sollte, sind unter anderen Sympathie, Authentizität, Autorität, Originalität, Markenkonformität und Reichweite.

„Influencer-Marketing ist gewiss nicht das Schweizer Messer oder gar der Hammer im Marketing-Werkzeugkasten, aber es stellt einen weiteren wichtigen Aspekt dar, der auch in unserer Arbeit bei Bedarf eine Rolle spielen wird“, meint Rainer Weihe über den gelungenen Workshop. Sicherlich wird er auch weitere Veranstaltungen der Offenbacher Kreativwirtschaft besuchen. Im November 2018 geht es dort zum Beispiel um SEO (Suchmaschinenoptimierung), das ebenfalls von der Agentur four for business vermittelt wird.

 

Fotos: © Felix Weihnacht | four for business